zondag 31 januari 2016

Joseph Goebbels -- 30 januari 1933

Joseph Goebbels (1897-1945) was Hitlers rechterhand en minister van propaganda. Hij hield jarenlang een dagboek bij. 30 januari 1933 was de dag dat Hitler tot rijkskanselier van Duitsland benoemd werd.

30. Januar 1933. (Mo.)
Kaiserhof: Göring teilt mit, daß alles perfekt: Hitler Kanzler, Papen Vize, Frick Reichsinnen, Göring preuß. Innen. Hugenberg Krisen etc. Ich verzichte noch, um Wahlkampf zu führen. Reichstag soll aufgelöst werden. Das letzte Mal. Das werden wir fingern.
Hitler heute beim Alten.
Man wagt noch nicht, es zu glauben. Ist Papen ehrlich? Wer weiß?
Ich schleunigst heim. Hitler ruft mich gleich zurück: im Beisein von Frick feierlich erklärt, daß mir mein Ministerium sicher, jetzt nur ein Strohmann als Platzhalter. Das genügt mir. Also an die Wahl!
Wollen zum Reittournier. Hitler im letzten Augenblick abgesagt. Gut so. Denn Alvensleben kommt mit tollen Mären: Hindenburg werde heute ein Papen-Minderheit-Kabinett einsetzen. Reichswehr lasse sich das nicht gefallen. Hindenburg blind und untauglich. Sein Sohn sollte schon morgens verhaftet werden. Diese Nacht noch Telegramme an die Generäle. Hindenburg nach Neudeck verfrachtet. Heute um 10.45h passiert etwas.
Also Staatsstreich. Drohung, Ernst, Kinderei? Ich orientiere gleich Hitler und Göring, die im Nebenzimmer wanen. Göring gleich Meißner und Papen verständigt. Der die Generäle. Schade, Göring macht die Sache ohne Phantasie, bringt Papen nicht heran, sonst hatten wir uns hier den Absprung verschafft.
Wir überlegen lange. Hitler in ganz großer Fahrt. Helldorff zitiert. Er trifft Maßnahmen mit Pol.Maj. Wecke. Aber ich glaube nicht daran, daß Schleicher den Mut hat. Hammerstein schon. Auch der hat am Telephon [zu] Hitler gedreht. Also abwarten!
Bis nachts 5h sitzen wir. Es passiert nichts.
Eben ist es 11h. Chef geht gleich zum Alten.
Soll tatsächlich die große Stunde da sein?
Ich wage noch nicht daran zu glauben.


31. Januar 1933. (Di.)
Es ist so weit. Wir sitzen in der Wilhelmstraße. Hitler ist Reichskanzler. Wie ein Märchen!
Gestern mittag Kaiserhof: wir warten alle. Endlich kommt er. Ergebnis: Er Reichskanzler, Frick Reichs-, Göring preuß. Innen. Der Alte hat nachgegeben. Er war zum Schluß ganz gerührt. So ist's recht. Jetzt mussen wir ihn ganz gewinnen. Uns allen stehen die Tränen in den Augen. Wir drücken Hitler die Hand. Er hat's verdient. Großer Jubel. Unten randaliert das Volk.
Gleich an die Arbeit. Reichstag wird aufgelöst. In 4 Wochen Neuwahl. Ich bis dahin frei vom Amt.
Zum Büro. Alles feierlich. Magda angerufen. Sie springt bald an die Decke. Vor Redaktion und Kr. Leitern gesprochen. Wie in einer Kirche. Die erste Etappe! Weiter kampfen. Hugenberg Krisen. Papen Vizekanzler. Seldte Arbeitsminister. Das sind Schönheitsfehler. Mussen ausradiert werden. Zum Kaiserhof. Hitler verhandelt mit neuem Wehrminister v. Blomberg. Er ist sehr zufrieden mit ihm. Hitler phantastisch. Ganz groß. So wünsch ich ihn mir. Zu mir sehr gütig. Er geht zur ersten Kabinettssitzung.
Mit Auwi und Hanfst. zu Magda. Sie platzt fast vor Jubel. Morgen wird sie frei.
Kaiserhof. Warten auf den Fackelzug. Von der Polizei vemommen in Sachen Alvensleben. Heute soll er verhaftet werden. Dieser feige Intrigant. Hammerstein wollte Blomberg abfangen. Mißglückt.
Die Fackeln kommen. Um 7h beginnt's. Endlos. Bis 10h am Kaiserhof. Dann Reichskanzlei. Bis nach 12h. Unendlich. Eine Million Menschen unterwegs. Der Alte nimmt den Vorbeimarsch ab. Im Nebenhaus Hitler. Aufbruch! Spontane Explosion des Volkes. Unbeschreiblich. Immer neue Massen. Hitler ist weg. Sein Volk jubelt ihm zu.
Ich spreche im Rundfunk über alle deutschen Sender. "Wir sind maßlos glücklich." Auch Kubisch spricht. Einmal als Stahlhelmer, dann als mein Chauffeur. Der Stahlhelmer selbst fallt aus wegen Nebel.
Ich rede noch zu den Massen von der Reichskanzlei. Nach Mitternacht. Heil auf Hindenburg und Hitler. Sinnloser Taumel der Begeisterung.
Mit Hitler überlegt. Heute soll Reichstag aufgelöst werden. Morgen Proklamation an das Volk. Da werden wir schon aufpolieren.
Noch nach Potsdam zu Auwi. Alles im Rausch.
Um 3h nach Hause. Sturmf. Hahn da. Maikowski erschossen. Ein Schupo ebenfalls. Von Kommune. Nun aber Schluß! Göring muß ausräuchern.
Ins Bett. Tot hingefallen. Ich kann nicht mehr.
Ausgeschlafen. Jetzt an die Arbeit. Wahlkampf vorbereiten. Der letzte. Den werden wir haushoch gewinnen.

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