woensdag 30 juli 2014

Paul Klee -- 31 juli 1907

Paul Klee (1879-1940) was een Zwitserse kunstenaar. Tussen 1898 en 1918 hield hij een dagboek bij.

Juli. Gedanken am offenen Fenster der Kassenverwaltung. Alles Vergangliche ist nur ein Gleichnis. Was wir sehen, ist ein Vorschlag, eine Möglichkeit, ein Behelf. Die wirkliche Wahrheit selbst liegt zunächst unsichtbar zugrunde. Farbig fesselt uns nicht die Beleuchtung, sondern das Licht. Licht und Schatten ist graphische Welt. An Phänomen reicher als ein sonniger Tag ist die diffuse Helligkeit leichter Verschleierung. Dünne Nebelschicht kurz vor Durchbruch des Gestirns. Abmalen läßt sich das schwer, weil der Moment so flüchtig ist. Es muß in die Seele dringen. Das Formale muß mit der Weltanschauung verschmelzen.
Die einfache Bewegung kommt mis banal vor. Das zeitliche Element ist zu eliminieren. Gestern und morgen als Gleichzeitiges. Die Polyphonie in der Musik kam diesem Bedürfnis einigermaßen entgegen. Ein Quintett wie in Don Giovanni steht uns näher als die epische Bewegung im Tristan. Mozart und Bach sind moderner als das Neunzehnte. Wenn in der Musik das Zeitliche durch eine zum Bewußtsein durchdringende Rückwartsbewegung überwunden werden könnte, so ware eine Nachblüte noch denkbar.
Wir forschen im Formalen um des Ausdrucks willen und der Aufschlüsse, die ach über unsere Seele dadurch ergeben. Die Philosophie habe eine Neigung zur Kunst; anfangs war ich erstaunt, was sie alles sahen. Denn ich hatte nur an die Form gedacht, das Übrige hatte sich von selber ergeben. Das erwachte Bewußtsein dieses 'Űbrige', hat mir indessen viel genützt und größere Variabilität im Schaffen ermöglicht. Ich konnte sogar nun wieder zum Illustrator von Ideen werden, nachdem ich mich formal durchgerungen hatte. Und nun sah ich gar keine abstrakte Kunst mehr. Nur die Abstraktion vom Vergänglichen blieb. Der Gegenstand war die Welt, wenn auch nicht diese sichtbare.
Die polyphone Malerei ist der Musik dadurch überlegen, als das Zeitliche hier mehr ein Räumliches ist. Der Begriff der Gleichzeitigkeit tritt hier noch reicher hervor. Um die Rückwartsbewegung, die ich mir für die Musik ausdenke, zu veranschaulichen, erinnere ich an das Spiegelbild in den Seitenfenstern der fahrenden Trambahn. Den Akzent in der Kunst nach dem Beispiel einer Fuge im Bild auf das Zeitliche zu verlegen, versuchte Delaunay durch Wahl eines unübersehbar langen Formates.

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