maandag 29 augustus 2016

Grete Lainer (?) -- 30 augustus 19??

• Het onderstaande fragment is afkomstig uit het anonieme Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens (Engelse vertaling: A Young Girl's Diary), dat in 1919 (met een voorwoord van Sigmund Freud) werd uitgegeven. Het dagboek wordt wel toegeschreven aan ene Grete Lainer. In het onderstaande fragment is ze een jaar of elf, twaalf.

Engelse vertaling onderaan.

29. August: Gotteswillen, es ist mir etwas Gräßliches passiert. Ich habe Seite 30 bis 34 verloren vom Tagebuch. Ich muß es entweder im Garten oder auf der Louisenhöhe liegen gelassen haben. Das ist furchtbar. Wenn das wer findet. Und ich weiß nicht einmal genau, was gerade auf diesen Seiten steht. Ich bin rein zum Unglück geboren. Wenn ich nicht der Hella geschworen hätte, alle Tage Tagebuch zu schreiben, so tät ich am liebsten ganz aufhören. Wenn die Mama oder gar der Papa etwas erfährt. Und heute regnet es so greulich, daß ich nicht einmal in den Garten gehen kann, und auf die Louisenhöhe schon gar nicht, überhaupt nicht allein. Ich muß es vorgestern verloren haben, denn gestern und vorgestern habe ich nicht geschrieben. Wenn es nur niemand findet, das wäre gräßlich. Ich bin so aufgeregt, daß ich zu Mittag gar nichts essen konnte, obwohl wir meine Leibspeise Moor im Hemd hatten. Und ich bin auch so unglücklich, denn der Papa war so besorgt und die Mama auch und sie fragten in einer Tour, was mir fehlt und ich konnte kaum das Weinen verbeißen vor allen Leuten. Wir waren nämlich heute im Hotel, weil die Resi für 2 Tage weggefahren ist. Und dann im Zimmer bei den Eltern durfte ich auch nicht weinen, weil ich mich sonst verraten hätte. Ich habe nur eine Hoffnung, daß niemand weiß, daß die Blätter von mir sind, weil wir die Hella und ich im Tagebuch steil schreiben, erstens, damit niemand unsere Schrift erkennt und zweitens weil man mehr Papier erspart als beim gewöhnlichen Schreiben. Wenn es nur morgen schön wäre, daß ich gleich in der Frühe in den Garten suchen gehen könnte. Heute freut mich gar nichts und ich habe mich nicht einmal sehr geärgert, wie die Inspee sagte: O, vielleicht einen Streit gehabt mit dem Herrn Bräutigam?

30. August: Im Garten ist es nicht. Ich habe die Mama gebeten, daß wir nachmittag unbedingt zur Louisenhütte gehen. Die Mama war furchtbar lieb und fragte, warum ich so aufgeregt bin, ob mir etwas geschehen ist. Und da konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und weinte gräßlich. Und sagte der Mama, ich habe etwas verloren, was mir schrecklich ist. Die Mama glaubte den Brief der Hella, den sie mir am Dienstag schickte und da sagte ich: Nein etwas viel Ärgeres, mein Tagebuch. Da sagte die Mama: Nun das ist doch hoffentlich nicht so arg und das wird doch niemanden interessieren. O ja, sage ich, weil alles vom R. seinem Verein drin steht. Und da sagt die Mama: Schau Gretel, weil du schon vom R. sprichst; ich sehe wirklich nicht gern, daß du immer bei Warth bist; sie passen wirklich nicht zu uns und der R. ist keine Gesellschaft für dich; du bist jetzt, wo du ins Lyzeum kommst, kein kleines Kind. Versprich mir, daß du nicht ewig mit ihnen bist. – »Ja Mama, ich werde mich unauffällig zurückziehen.« Da hat sie furchtbar gelacht und mich auf beide Wangen geküßt und hat mir versprochen, daß sie der Inspee nichts sagt vom Tagebuch, denn die braucht nicht alles wissen. Gott die Mama ist so entzückend. Noch 3 Stunden und vielleicht liegen die Blätter noch dort. Am Abend: Gott sei Dank! Vor der Hütte lagen 2 Blätter ganz zerweicht vom Regen und verwischt und ein Blatt lag auf dem Fußboden, das war ganz zerrissen. Da muß einer mit dem Absatz darauf gestanden sein und 2 Blätter waren zu einem Fidibuß gerollt und etwas verbrannt. Also hat niemand etwas gelesen. Ich bin so glücklich und beim Nachtessen sagte der Papa: nun was leuchten denn deine Augen so überglücklich? Hast du das große Los gezogen? und da habe ich die Mama auf den Fuß getreten, daß sie mich nicht verrät und der Papa hat furchtbar gelacht und gesagt: So, mir scheint, da wird in meinem eigenen Hause eine Verschwörung angezettelt und ich sag schnell: Wir sind zum Glück nicht im eigenen Haus, sondern im Hotel und alle lachen und jetzt ist Gott sei dank alles vorüber. Aber durch Schaden wird man klug. Das passiert mir kein zweitesmal.


August 29th. O dear, such an awful thing has happened. I have lost pages 30 to 34 from my diary. I must have left them in the garden, or else on the Louisenhohe. It's positively fiendish. If anyone was to find them. And I don't know exactly what there was on those pages. I was born to ill luck. If I hadn't promised Hella to write my diary every day I should like to give up the whole thing. Fancy if Mother were to get hold of it, or even Father. And it's raining so fearfully to-day that I can't even go into the garden and still less on the Louisenhohe above all not alone. I must have lost it the day before yesterday, for I didn't write anything yesterday or the day before. It would be dreadful if anyone were to find it. I am so much upset that I couldn't eat anything at dinner, although we had my favourite chocolate cream cake. And I'm so unhappy for Father was quite anxious and Mother too and they both asked what was the matter with me and I nearly burst out crying before everyone. We had dinner in the hotel to-day because Resi had gone away for 2 days. But I couldn't cry in the room before Father and Mother for that would have given the show away. My only hope is that no one will recognise my writing, for Hella and I use upright writing for our diary, first of all so that no one may recognise our writing and secondly because upright writing doesn't use up so much paper as ordinary writing. I do hope it will be fine to-morrow so that I can hunt in the garden very early. I have been utterly in the dumps all day so that I didn't even get cross when Inspee said: "Have you been quarrelling with your future husband?"

August 30th. It's not in the garden. I begged Mother to let us go to Louisenhutte this afternoon. Mother was awfully nice and asked what I was so worried about, and whether anything had happened. Then I couldn't keep it in any longer and burst out crying. Mother said I must have lost something, and this gave me an awful fright. Mother thought it was Hella's letter, the one which came on Tuesday, so I said: No, much worse than that, my diary. Mother said: Oh well, that's not such a terrible loss, and will be of no interest to anyone. Oh yes, I said, for there are all sorts of things written in it about R. and his society. Look here, Gretel, said Mother, I don't like this way you talk about R.; I really don't like you to spend all your time with the Warths; they're really not our sort and R. is not a fit companion for you; now that you are going to the high school you are not a little girl any longer. Promise me that you'll not be eternally with the Warths.—All right, Mother, I will break it off gradually so that nobody will notice. She burst out laughing and kissed me on both cheeks and promised me to say nothing to Inspee about the diary for she needn't know everything. Mother is such a dear. Still 3 hours and perhaps the pages are still there. Evening. Thank goodness! In front of the shelter I found 2 pages all pulped by the rain and the writing all run and one page was in the footpath quite torn. Someone must have trodden on it with the heel of his boot and 2 pages had been rolled into a spill and partly burned. So no one had read anything. I am so happy. And at supper Father said: I say, why are your eyes shining with delight? Have you won the big prize in the lottery? and I pressed Mother's foot with mine to remind her not to give me away and Father laughed like anything and said: Seems to me there's a conspiracy against me in my own house. And I said in a great hurry: Luckily we're not in our own house but in a hotel, and everyone laughed and now thank goodness it's all over. Live and learn. I won't let that happen again.

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