dinsdag 15 april 2014

Elisabeth von Heyking -- 15 april 1893

15. A p r i l.
Morgens um 2 Uhr in Brindisi. Das Landen in der Kälte, Finsternis und Regen, aus dem Dampfer in ein kleines, schwankendes Boot war scheuβlich und Europa so unwirklich häβlich, wie ich es antizipiert hatte. In Brindisi gab es gleich Beispiele der italienischen Bettelei. Zuerst lacht man, aber schlieβlich ärgert man sich über die Unverschämtheit, neben der der orientalische Backshish-schreier harmlos ist. Wir hatten eine schone Fahrt nach Neapel, wo wir im Hotel Royal am Meer abstiegen. Die Fahrt zum Hotel war lustig, besonders die kuriosen Pferdegespanne amüsierten uns, aber die Menge armseliger, schmutziger Europäer hat etwas schrecklich Revoltierendes, wenn man aus Indien kommt, wo jeder Weiβe ein Herr ist. Die Bevölkerung ist auch frech obendrein, was mir besonders auffiel, als ich allein nuf Edmund wartete. Nach Indien macht es einen ganz melancholisch, zu sehen, daβ es so viel „weiβe Natives" nuf der Welt gibt! Man hatte sich dort ganz an den Gedanken gewöhnt, daβ es allen Weiβen gut geht und sie alle anständige Leute sind. Edmund besuchte den deutschen Konsul, der ihm viel von der bevorstehenden Kaiservisite erzählte. Das ilalienische Königspaar wollte, wie es scheint, die silberne Hochzeit ganz en famille feiern; nun haben sich plötzlich Kaiser und Kaiserin angesagt, hauptsächlich um den schlechten Eindruck zu verwischen, den hier eine Rede Caprivis gemacht hat und die Sendung des General von Loë an den Pabst. Der Besuch kommt hier sehr ungelegen, besonders weil er mit einen so kolossalen Suite stattfindet, und Italien und die Königsfamilie ja absolut verarmt sind.

17. A p r i l.
Um sieben kamen wir in Rom an, bekamen im Hotel Quirinal nur ein mäβiges Zimmer, und das ganze Haus machte einen unordentlichen Eindruck. Europa ist ganz wie ich es mir gedacht; ungemütlich und verlassen fühlt man sich hier! Schon das Erwachen in unserm häβlichen Zimmer, das ungefähr so groβ wie ein indisches Badezimmer ist, war unangenehm.
Nachmitags fuhren wir auf dem Pincio spazieren, wo eine Masse Menschen waren, vom gemeinsten Globetrotter bis zur Königin. Sehr amüsierte es uns, den Maharajah von Kapurthalla dort plötzlich fahren zu sehen. Er muβ sich wohl so fremd wie wir vorgekommen sein, denn er lieβ gleich halten und unterhielt sich mit uns, als seien wir Duzbrüder. „Vous êtes Brésilien, je suis Suédois, nous sommes compatriotes." Dann sprachen wir noch den Prinz Georg von Griechenland.


Elisabeth von Heyking (1861-1925) was een Duitse schrijfster, en getrouwd met een diplomaat. Haar dagboeken werden na haar dood uitgegeven als Tagebücher aus vier Weltteilen.

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