zondag 20 december 2015

Jens Gerdes -- 19 december 1992

Jens Gerdes was in 1992 15 jaar. Fragmenten uit zijn dagboek van toen zijn opgenomen in een Duitse bloemlezing van dagboekfragmenten van jongeren.

Samstag, 19.12.1992
Immer noch kein Weihnachtsfeeling.

Ich habe keine Ahnung, was ich mit diesem Abend noch anfange. Wäre zu cool, wenn Denni noch anrufen würde, wegen Disco. Ich glaub’s aber nicht. Eigentlich ist heute nämlich auch wieder ein Tag, an dem ich mir nicht die Kante geben darf. Sonst laber ich wieder so viel Scheiße, die ernst gemeint ist. Bekloppt, oder?
An unserer Schule ist wieder 'ne Mieze, die tierisch gut aussieht. Ich musste heute ein paar Mal an sie denken, glaub' aber nicht, dass ich verknallt bin. Außerdem habe ich mir ja geschworen, erstmal 'ne geraume Zeit mich nicht mehr zu verlieben. Und wer weiß, wie jung die wieder ist. Langsam glaube ich, dass ich mich vor Minderwertigkeitskomplexen nicht mehr an Gleichaltrige 'rantraue. Aber andererseits sehen die in meinem Alter entweder scheiße aus oder sind zu beliebt (Warteschlange).

Aber ich glaub echt, dass ich Minderwertigkeitskomplexe hab. Das merkt man besonders dann, wenn ich blau bin. Irgendwie muß ich dann dauernd im Mittelpunkt stehen. Und wenn ich nüchtern bin, verstehe ich es nur ziemlich gut, das zu verstecken. Aber wenn mal jemand was Negatives zu mir sagt, oder einfach nur aus irgendeinem (nichtigen) Grund nicht mit mir spricht, bin ich gleich verletzt, auch wenn ich das nicht offen zeige. Ich glaube, dass Frederik auch nicht unbedeutend schuld daran ist. Ich tu fast alles, um bei ihm gut dazustehen, sogar meine Meinung läßt sich irgendwie von ihm beeinflussen. Ich bin total links, aber wenn er vor mir zum Beispiel seine rechten Witze reißt, lache ich lauthals los. Ich kritisiere sogar dauernd an mir rum und ändere mein Verhalten, um ihm zu gefallen.

Als ich neulich blau war, erzählte ich ihm, Denni habe gesagt (stimmt!), er wäre nur solange nett und freundlich zu mir und hielte mir den Platz frei, wie ich genug zu trinken hätte. Er stritt alles ab und beteuerte, er würde doch auch sonst immer mit mir rumlaufen und voll oft mit mir zusammen sein. Tatsächlich bin ich irgendwie voll stolz, wenn ich mit ihm durch die Schule laufe. Ich glaube, wegen ihm fange ich tatsächlich noch mal an zu rauchen, um bei ihm dabei zu sein, wenn er in der Pause mit Kalle Baumann und Co. hinterm Fahrradständer „erst mal eine durchzieht".

Hoffentlich kommt es nicht so weit. Das krasse Gegenbeispiel dazu sind Matze König und Co., obwohl auch rauchend. Aber die wollen mich seit letztem Wochenende erst mal nicht mehr dabeihaben, glaub ich. Tja, in den Ferien wird’s ja vielleicht noch was. Langsam tut mir meine Hand weh, auch wenn's noch nicht alles war, was es zu schreiben gäbe. Und Schluss!

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