maandag 26 december 2016

Georg Michael Lill -- 25 december 1915

Georg Michael Lill (1884-1952) was soldaat in WO 1. Zijn oorlogsdagboek is hier te lezen.

Weihnachten 1915, 25. Dez. 15
Der Tag begann mit einer furchtbaren Kanonade unter strömenden Regen. Auch hier musste ich die Erfahrung machen, dass die Einwohner des Städtchens Carvin dieses schöne Fest nicht zuwürdigen wussten. Mit Staunen stehen sie vor den Liebespäckchen, die man von zu Hausebekommt. Die Großen sind nicht zu bedauern, umso mehr die Kleinen derselben. Ich teilte meine kleine Gabe mit meinen Hausbewohnern und gab auch für die Kinder der armen Frau, die die Arbeit bei der reichen Frau im Hause verrichtet. Im Allgemeinen verbrachte ich den ersten Feiertag sehr einseitig, verkürzte dies durch Schlafen legen. Mein Herr ist in Stellung, kommt heute zurück.

Epinoy, den 26. Dez. 15
Der begann mit heftiger Kanonade und heftigen Regen, der zur Zeit noch anhält in den 8 Wochen unseres Hier seins. Zur Zeit herrscht hier lebhaftes Artilleriefeuer. Die Weihnachtsgaben,Liebesgaben haben eine merkliche Schwächung erfahren durch die Aufklärung der beurlaubten Soldaten, da am verflossenen Jahr die Verteilung eine starke Einseitigkeit aufwies.

Epinoy, den 27. Dez.
Zeitweise Niederschläge, heftiger Sturm. Die Kanonade hält heute noch an. Die Stimmung unter den Truppen ist eine sehr gedrückte. Es folgt z.Z. Bestrafung auf Bestrafung, sogar 10 und 15 Jahre Gefängnis. Dasselbe ist meiner Ansicht nur auf die Länge des Krieges zurückzuführen.

Carvin-Epinoy, den 28. Dez. 15
Gelindes Wetter, keine Niederschläge. Heftiges Artilleriefeuer. Die Lage ist im Allgemeinen sehr ruhig und es scheinen sich sehr wichtige Dinge vorbereiten zu wollen. Die Nähe zum Frieden ist noch sehr gering. Trotz einem 17-monatlichen Ringen und trotz den ersichtlichten Vorteilen, die wir auf allen Kriegsschauplätzen zu verzeichnen haben. Bis jetzt betragen die Zinsen der verpulverten Kriegssummen, Zinsfuß 5%, 1½Milliarden Mark. Das gesamte Nationalvermögen des Reichesschätzt man auf 350Milliarden Mark. Das Gesamteinkommen des deutschen Volkes betrug 1908 42/43Milliarden Mark. Die Summen der Kriegsausgaben sind so horrend, dass man sich kaum einen Begriff von den gewaltigen Zahlen machen kann.

Carvin-Epinoy, 29. Dez. 15
Mildes Dezember-Wetter bei bewölktem Himmel, ohne Regen. Heftiges Artilleriefeuer, es folgen z.Z. häufige Bestrafungen wegen Trunkenheit und unerlaubter Entfernung vom Quartier statt. Jetzt scheint meiner Ansicht der Krieg mit den Nerven zu beginnen, vor dem man gerade vor einem Jahr gesprochen hat. Ich möchte voraussetzen, dass derselbe Krieg bei den Herren Offizieren an den Nerven schon über ein Jahr dauert und dass in unserem 5.R.J.R. sage und schreibe zweiOffiziere sind, die den ganzen Feldzug an der Front bis jetzt mitgemacht haben. Die Herren sind alle beide Btl.-Adjutanten. Ferner sind der Reg. Kommandeur und sein Adjutant auch noch anwesend, den übrigen ist die Hölle schon lange zu heiß gewesen.

Carvin-Epinoy, den 30. Dez.
Gelindes Herbstwetter bei bewölktem Himmel ohne Regen. Den ganzen Tag heftige Kanonade, scheinbar bei unserer 3.Division. Die Kämpfe scheinen schärfere Formen anzunehmen. Jedenfalls steht irgendwas bevor. Heute besichtigte ich die Schießstände, die für unser Reg. angefertigt werden. Dieselben sind mir in Anlage wie Ausführung als mustergültig anzusehen. Die -46-Ausführungen fanden unter der bewährten Leitung eines Landsmannes Herrn Lt. Meyer aus Landau statt, dem alle Anerkennung gebührt. Das II.b.A.K. ist überhaupt als ein mustergültigestechnisches Korps anzusehen, dessen Arbeiten und Leistungen erst nach dem Krieg werden gewürdigt werden von Freund und Feind.

Carvin-Epinoy, 31. Dez. 15
Das alte leidensreiche Jahr neigt sein Haupt teils unter stürmischen Regen und heftigemKanonendonner zum Ende. Die gegenseitige lebhafte Tätigkeit hält schon seit Weihnachten an. Die Truppen erwarten im Allgemeinen vondem neuen Jahr den kommenden ersehnten Frieden.Hoffentlich geht der berechtigte Wunsch so vieler, sei es bei Freund oder Feind, in Erfüllung und stellt das auf der Türschwelle stehende neue Jahr nicht wieder neue Enttäuschung an die abermals Millionen hoffenden Herzen.Darum Lenker des großen Sonnenschein lass Friedenslicht in die Schädel der verstockten Minister hinein. Enttäuscht und hoffnungslos lass nicht alle nach Haus, damit nicht Neue im neuen Jahr weiter anstehen an dem schrecklichen Schmaus.

Carvin-Epinoy, den 1. Jan. 1916
Der erste Tag des neuen Jahres verlief für mich verhältnismäßig rasch. Den ganzen Tag über herrschte trübes regnerisches Wetter, das bis zum Abend zu einem furchtbaren Sturm wurde. Auch wurde feste vom alten in das neue Jahr hinüber gedonnert. Doch ließ die Kanonade den Tag über etwas nach. Die Schießerei in der Neujahrsnacht war auch wieder stark trotz des Verbotes, aber bei weitem nicht so als am verflossenen Jahr. Ich fertigte am heutigen eine kleine Skizze für neue Sanitäts-Unterstände. Abends hatte ich Besuch, meinen Bruder und Schneider Adam. Mit vier Maß Bier und Kartenspiel vertrieben wir uns den Abend und so verlief der erste Tag des neuen Jahres ganz gut. Will hoffen, dass sich die Geschichte zu Ende neigt.

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