woensdag 29 juli 2015

Wolfgang Herrndorf -- 30 juli 2010

Wolfgang Herrndorf (1965-2013) was een Duitse schilder en schrijver. Nadat bij hem in 2010 een hersentumor geconstateerd werd, begon hij een online dagboek dat hij bijhield tot aan zijn dood. Het is daarna ook in boekvorm gepubliceerd.

30.7. 2010 23:11
Werde wieder etwas besser beim Fußball. Ich bin fitter, das Hirn baut Subroutinen um den Sichtfeldausfall rum. Leider haben die Leibchen genau die Farbe, die ich mit dem einen Auge nicht mehr sehen kann.
Die Bewegung tut dem Körper gut, trotzdem heute wieder den ganzen Tag in Gedanken. Dann ist es nur eine Armlänge bis zum Wahnsinn und noch zwei Fingerbreit zum Nichts. Ich muß nur die Hand ausstrecken. Es wundert mich, daß es den anderen nicht so geht.

31.7. 2010 23:44
Fahrradtour nach Rahnsdorf zu Lentz’ Sommerfest, wie jedes Jahr. Zwischendurch Baden im Müggelsee. Das Wasser so schwarz und unheimlich, fast traue ich mich nicht hinein. Erst als mich davon überzeugt habe, daß es nur Wasser ist, nur ein See. Nach den glücklichen Tagen zuletzt ein ziemlicher Rückschlag.
Auf dem Fest der Herbert-Grönemeyer-Doppelgänger entpuppt sich als Herbert Grönemeyer. Herta Müller und Kehlmann sitzen an einem Tisch. Wenn es ein Gegenteil von Aura gibt, schwebt es strahlend um Kehlmann herum. Ich bleibe den ganzen Tag abseits, schaffe keinen Smalltalk mit niemandem. Erst als X. sich zu mir hockt, bei der sie jüngst Morbus Bechterew diagnostiziert haben, kommt eine Unterhaltung zustande.

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